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Pressemitteilungen

Pressemitteilung der EKHN vom 6.7.2021: "Kunstwerke zum Thema "die anderen" in Wiesbadener Kirchen"

Ivana Matić aus Mainz, Jonas Grubelnik aus Kassel und Patrick Wüst aus Kiel sind die Preisträger:in des Kunstpreises der EKHN. Der Preis ist insgesamt mit 45.000 Euro dotiert. Die eingereichten Konzepte zum Thema "die anderen" werden ab Ende August in Wiesbadener Kirchen verwirklicht - ein Begleitprogramm vertieft die Kunst-Ausstellungen.

Unsere Gesellschaft ist offener und bunter geworden - doch das geht mit vielen Herausforderungen einher. Darüber möchte die "kunstinitiative der EKHN" 2021 mit dem Titel „die anderen“ in den Diskurs kommen. Zum Ausschreibungs-Thema "die anderen" hat eine Jury aus unabhängigen Fachleuten bereits Anfang 2020 aus den mehr als 30 eingegangen Projektvorschlägen die Preisträger:innen ausgewählt. Ivana Matić, Jonas Grubelnik und Patrick Wüst haben den Kunstpreis gewonnen. Das, was sie über das Thema "die anderen" künstlerisch ausdrücken wollen, präsentieren sie vom 29. August bis 2. Oktober 2021. Ihre Kunstwerke sind vom 29. August bis 2. Oktober 2021 in der Berg- und der Kreuzkirche, sowie vom 15. September bis 1. Oktober 2021 in der Marktkirche zu sehen. 

Textile Installation in der Marktkirche

Jonas Grubelnik wird die Marktkirche im Zentrum Wiesbadens mit einer textilen Installation durchziehen. Durch den Kirchenraum wird sich eine Grenze ziehen. „Ich“ und „Wir“ auf der einen Seite, „die anderen“ auf der gegenüberliegenden.
Die Rauminstallation wird zum Ausprobieren einladen und zu Gedankenspielen. Mit dem „Wir“ entsteht ein Gefühl für „die anderen“. Doch was trennt wirklich?
Viele Grenzen sind rein willkürlich und verschleiern den Blick aufeinander. Das interaktive Kunstwerk inszeniert Menschen im Raum und wird zum Spiegel für die Gesellschaft.
Der Künstler wurde 1978 in Gronau an der Leine geboren. Er lebt und arbeitet in Kassel.

Kunstwerk mit Keramikfliesen in der Bergkirche

Ivana Matić plant für die Wiesbadener Bergkirche eine Arbeit, die sich aus ungewohnter Perspektive mit der Frage nach Heimat auseinandersetzt. Die Mainzer Künstlerin wurde 1986 im ehemaligen Jugoslawien geboren und erlebte als Kind den Bürgerkrieg. Damals wurden „die Einen plötzlich zu den Anderen“, sagt sie.
Mit ihrer Auswanderung nach Deutschland vor fünfzehn Jahren sei sie erneut zu einer Fremden geworden. Darum setzt sich ihr Projekt mit kultureller Identität auseinander.
In Serbien stellt sie zusammen mit dem Keramiker Nikola Tosić auf traditionelle Weise Keramikfliesen her, die sie dann in der Bergkirche auslegen wird. Das Kunstwerk wird mit ihren Zeichnungen gestaltet sein, inspiriert von Alltagsgegenständen, Mustern und Motiven ihrer alten Heimat. Es wird zum Dokument für unterschiedliche Lebenswelten, aber auch für Wege der Kommunikation.

Digitale Kunst in der Kreuzkirche

Patrick Wüst wird die Besucher*innen der Kreuzkirche in Wiesbaden auf eine virtuelle Weltreise mitnehmen. Doch das, was der Künstler in seinem Video-Projekt zeigt, ist nicht die Welt, wie wir sie zu kennen glauben.
Der 1993 in Sinsheim geborene Künstler legt seinem Werk digitale Bilder aus Onlinekartendiensten zugrunde und wandelt sie in Landschaftsmodelle aus Gips und Computerschrott um. Er nennt diese Modelle „Postdigital Artefacts“. Sie werden anschließend filmisch inszeniert und mit Aufnahmen realer Orte kombiniert.
Letztendlich verschmelzen die Grenzen zwischen materieller und virtueller Welt in einem hybrid-digitalen Globus. Wüsts Darstellung der Welt gleicht einer Vision. Sie könnte eine mögliche Zukunft darstellen. Vielleicht blicken wir darin auf unsere Zeit und die Relikte unserer Zivilisation zurück – eine Welt, in der wir schon längst „die anderen“ geworden sind.

Begleitprogramm mit Gesprächen, Gottesdiensten und Führungen

Im Ausstellungszeitraum werden zudem Konzerte, Künstlergespräche, Vorträge, Gottesdienste und Führungen das Thema „die anderen“ begleiten und vertiefen. das Programm wird demnächst hier veröffentlicht.

EKHN: https://www.ekhn.de/aktuell/detailmagazin/news/kunstwerke-zum-thema-die-anderen-in-wiesbadener-kirchen.html

 

Pressemitteilung der EKHN vom 9.3.2020: "Evangelische „kunstinitiative2020“ startet mit Stoff, Fliesen und Video"

45.000 Euro für Projekte junger Kunstschaffender in Kirchen

 

Die Gewinnerin und die Gewinner des mit insgesamt 45.000 Euro dotierten Kunstpreises der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) stehen fest. Siegerin und Sieger der „Kunstinitiative2020“ sind Ivana Matić aus Mainz, Jonas Grubelnik aus Kassel und Patrick Wüst aus Kiel, teilte die hessen-nassauische Kirche am Montag (9. März 2020) in Darmstadt mit. Das Besondere an dem evangelischen Kunstpreis: Die eingereichten Konzepte werden in den kommenden Monaten verwirklicht und sind vom 30. August an in drei Wiesbadener Kirchen zu sehen.

Zuvor hatte das Kuratorium der „kunstinitiative2020, das sich aus neun deutschen Kunstinstituten wie etwa der Frankfurter Städelschule oder der Kunsthochschule Kassel zusammensetzt, rund 30 Teilnehmende zum Wettbewerb vorgeschlagen. Die Aufgabe bestand darin, sich mit dem diesjährigen Projektthema „Die Anderen“ künstlerisch auseinanderzusetzen. Eine unabhängige Fachjury hat nun die drei prämierten Vorschläge ausgewählt.

Jonas Grubelnik wird die Marktkirche im Zentrum Wiesbadens mit einer textilen Installation durchziehen. Durch die Gemeinde wird eine Grenze gehen. „Ich“ und „Wir“ auf der einen Seite, „die Anderen“ auf der gegenüberliegenden. Die Rauminstallation wird zum Ausprobieren einladen und zu Gedankenspielen. Mit dem „Wir“ entsteht ein Gefühl für „die Anderen“. Doch was trennt wirklich? Viele Grenzen sind rein willkürlich und verschleiern den Blick aufeinander. Das interaktive Kunstwerk inszeniert Menschen im Raum und wird zum Spiegel für die Gesellschaft. Der Künstler wurde 1978 in Gronau an der Leine geboren. Er lebt und arbeitet in Kassel.

Ivana Matić plant für die Wiesbadener Bergkirche eine Arbeit, die sich aus ungewohnter Perspektive mit der Frage nach Heimat auseinandersetzt. Die Mainzer Künstlerin wurde 1986 im ehemaligen Jugoslawien geboren und erlebte als Kind den Bürgerkrieg. Damals wurden „die Einen plötzlich zu den Anderen“, sagt sie. Mit ihrer Auswanderung nach Deutschland vor fünfzehn Jahren sei sie erneut zu einer anderen geworden. Darum setzt sich ihr Projekt mit kultureller Identität auseinander. In Serbien will sie zusammen mit einem befreundeten Künstler auf traditionelle Weise Keramikfliesen herstellen und sie dann in der Bergkirche auslegen. Das begehbare Kunstwerk wird mit ihren Zeichnungen gestaltet sein, inspiriert von Alltagsgegenständen, Mustern und Motiven ihrer alten Heimat. Es wird zum Dokument für unterschiedliche Lebenswelten, aber auch für Wege der Kommunikation.

Patrick Wüst wird die Besucher und Besucherinnen der Kreuzkirche in Wiesbaden auf eine Reise in einen fast vergessenen Teil Europas mitnehmen. „An einem anderen Ort“ heißt das Video-Projekt des Künstlers. Der 1993 in Sinsheim geborene Künstler studierte in Karlsruhe und lebt und arbeitet derzeit in Kiel. Er wird die Gäste der Kreuzkirche mit einer virtuellen Fahrt durch Transnistrien führen. Es handelt sich um ein Gebiet im Osten Europas, offiziell ein Teil der Republik Moldau. Das Land, das manche als „Zeitkapsel der ehemaligen Sowjetunion“ bezeichnen, beansprucht Unabhängigkeit. Doch es wird von der UNO nicht anerkannt. Der Künstler interessiert sich für solche „realen Nichtorte“. Bislang konzentrierte er sich dafür auf dystopische Architekturen im Medium Film und Fotografie. Nun will er eine Collage aus Reiseimpressionen und Begegnungen zusammenstellen. Es wird ein Stimmungsbild von einem Land, das anders ist, aber auch stellvertretend steht für viele Nationen, die auf keiner Landkarte zu finden sind.

Hintergrund
Die „EKHN-Kunstinitiative“ versteht sich als Förderpreis für junge Kunstschaffende, aber auch als Unterstützung für die Kulturarbeit in den gastgebenden Kirchen. Für die Verwirklichung der drei Werke stehen jeweils 15.000 Euro zur Verfügung. Ein Katalog wird neben den prämierten Arbeiten auch alle anderen Einreichungen zum Wettbewerb dokumentieren.

Im Ausstellungszeitraum werden eine Reihe von Konzerten, Künstlergesprächen, Vorträgen, Gottesdiensten und Führungen das Thema „Die Anderen“ begleiten und vertiefen.

Das Projekt steht unter der Leitung des Zentrums Verkündigung in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt und dem Evangelischen Dekanat Wiesbaden. Es wird zudem von der EKHN-Stiftung unterstützt. Die „kunstinitiative“ wurde erstmals im Jahr 2017 zum Thema „Gnade“ in Darmstadt durchgeführt.

EKHN: https://www.ekhn.de/aktuell/detailmagazin/news/evangelische-kunstinitiative2020-mit-stoff-fliesen-und-video.html