Die KünstlerInnen 2020/21

Siegerin und Sieger der „Kunstinitiative2020/21“ sind Ivana Matić aus Mainz, Jonas Grubelnik aus Kassel und Patrick Wüst aus Kiel. Die eingereichten Konzepte werden im kommenden Jahr verwirklicht und sind vom 29. August 2021 an in drei Wiesbadener Kirchen zu sehen.

Jonas Grubelnik wird die Marktkirche im Zentrum Wiesbadens mit einer textilen Installation durchziehen. Ivana Matić plant für die Wiesbadener Bergkirche eine Arbeit, die sich aus ungewohnter Perspektive mit der Frage nach Heimat auseinandersetzt. Patrick Wüst wird die Besucher und Besucherinnen der Kreuzkirche in Wiesbaden auf eine Reise in einen fast vergessenen Teil Europas mitnehmen.

 

Jonas Grubelnik

Durch die Gemeinde wird eine Grenze gehen, indem Jonas Grubelnik die Marktkirche mit einer textilen Installation durchzieht. „Ich“ und „Wir“ auf der einen Seite, „die Anderen“ auf der gegenüberliegenden. Die Rauminstallation wird zum Ausprobieren einladen und zu Gedankenspielen. Mit dem „Wir“ entsteht ein Gefühl für „die Anderen“. Doch was trennt wirklich? Viele Grenzen sind rein willkürlich und verschleiern den Blick aufeinander. Das interaktive Kunstwerk inszeniert Menschen im Raum und wird zum Spiegel für die Gesellschaft.

Der Künstler wurde 1978 in Gronau an der Leine geboren. Er lebt und arbeitet in Kassel.

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Ivana Matić

Ivana Matić plant für die Wiesbadener Bergkirche eine Arbeit, die sich aus ungewohnter Perspektive mit der Frage nach Heimat auseinandersetzt. Die Künstlerin wurde 1986 im ehemaligen Jugoslawien geboren und erlebte als Kind den Bürgerkrieg. Damals wurden „die Einen plötzlich zu den Anderen“, sagt sie. Mit ihrer Auswanderung nach Deutschland vor fünfzehn Jahren sei sie erneut zu einer anderen geworden. Darum setzt sich ihr Projekt mit kultureller Identität auseinander. In Serbien will sie zusammen mit einem befreundeten Künstler auf traditionelle Weise Keramikfliesen herstellen und sie dann in der Bergkirche auslegen. Das begehbare Kunstwerk wird mit ihren Zeichnungen gestaltet sein, inspiriert von Alltagsgegenständen, Mustern und Motiven ihrer alten Heimat. Es wird zum Dokument für unterschiedliche Lebenswelten, aber auch für Wege der Kommunikation.

Die Künstlerin lebt und arbeitet in Mainz.

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Patrick Wüst

Patrick Wüst konnte seinen für die Kreuzkirche entwickelten ursprünglichen Entwurf coronabedingt nicht realisieren. Er hätte in einer Videoinstallation bestanden, deren Aufnahmen der Künstler in Transnistrien geplant hatte, jener Region, die sich als souveränes Staatsgebilde versteht, jedoch von der Staatengemeinschaft nicht anerkannt ist und zur Republik Moldawien gezählt wird. Da eine Reise in das Gebiet nicht möglich war, entwickelte der Künstler eine Alternative. Grundlage seiner Videoarbeit für die Kreuzkirche sind Bilder von Onlinekartendiensten, die den Eingriff des Menschen in die Natur zeigen, quasi dystopische Orte formulieren. Angesichts von Klimawandel und Pandemie ein hochaktuelles Thema. Zugleich aber auch eines, das die Bilder selbst, die wir nur allzu gerne mit der Realität verwechseln, auf den Prüfstand stellt.

Der 1993 in Sinsheim geborene Künstler studierte in Karlsruhe und lebt und arbeitet in Kiel.

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